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NYC2035 PULP NEWS: Zu wenig Männer für zu viele Frauen beim Clyde-Barrow-Konzert

Um 21 Uhr am heutigen Abend versammelten sich zahlreiche Gäste in der Lounge des Element Hotels, in das die Brady Group zum Konzert mit Clyde Barrow geladen hatte. Amerikanische Klassiker von Frank Sinatra und The Rat Pack wurden dem begeisterten Publikum in der einstündigen Vorstellung zu Gehör gebracht, während die Gäste in stilechten Roben und Kostümen, Frack und Anzügen zu den musikalischen Klängen über das Parkett schwebten. 

Kurz vor Konzertbeginn: die ersten Gäste nehmen Platz und geniessen Champagner.

Sänger Clyde Barrow zauberte die ein oder andere Überraschung aus seinem Repertoirekoffer.

Ein ungeheuerlicher Schnappschuss wurde uns aus der VIP Lounge zugespielt.

Viele Gäste schwangen die Hüften bei Swingmelodien.

Herren waren auf dem Konzert offensichtlich Mangelware...

... so dass unsere Redaktion gleich drei Kandidaten entdeckte...

... die mindestens zwei Damen auf einmal begleiteten.


NYC2035 PULP NEWS: Die Trends der Woche

ALLE JAHRZEHNTE WIEDER: DER PARTNERLOOK

Seit einiger Zeit erlebt ein neuer Trend, oder besser gesagt, eine modische Sünde aus vergangenen Jahrzehnten, eine Renaissance: der berühmt-berüchtigte Partnerlook. Früher hiessen die Marken Wolfskin oder Gore-Tex, heute Soma-Fashion oder NYC-Style. Eines haben die Looks über die Zeiten hinweg jedoch gemeinsam: Sie sind praktisch geschnitten, besitzen unendliche Staumöglichkeiten und sehen nicht nur rustikal aus, sondern halten einer Unwetterkatastrophe problemlos stand. Denn beim Partnerlook gilt seit jeher: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung.



BODY MODIFICATION & MIND PERFECTION

Der Patriot Act for Mental Health Care (PAMHC) brachte zwar auch Unkenrufe mit sich, aber vor allem ein erhöhtes Interesse aus der Bevölkerung an diesen Therapien. Seit der Verkündung des PAMHC wurde ein merklicher Anstieg an Anfragen vermeldet. Vor allem über staatliche Förderung der Behandlungen, die sich auch schwächer bemittelte Bürger leisten können, holten sich zahlreiche Bürger detaillierte Informationen beim Pharma-Anbieter Somawell Industries ein.



RETRO KONZERTE MIT LIVE MUSIK IM VINTAGE LOOK

Frank Sinatra und The Ratpack kennen nur noch die wenigsten, doch die Brady Group hat diesen neuen Trend bereits entdeckt und es sich nicht nehmen lassen, eine der bekanntesten Grössen dieses Genres in der Element Lounge auftreten zu lassen. Clyde Barrow wird am 25. November ab 21 Uhr Klassiker der amerikanischen Musikgeschichte zum Besten geben. Eintritt frei! (Änderungen vorbehalten)

NYC2035 PULP NEWS: Patriot Act for Mental Health Care vom Kongress abgesegnet

In diesen Minuten bestätigte die Regierung in einer offiziellen Pressemitteilung das Inkrafttreten der geplanten Gesetzeserweiterung, über die wir exklusiv berichteten. Eine grosse Mehrheit des Kongresses und des Senats stimmte dem Entwurf zu. Der Patriot Act for Mental Health Care (PAMHC) gilt ab sofort. 


Patriot Act for Mental Health Care tritt in Kraft

Am heutigen Vormittag wurde ein neues Gesetz zur Prävention der geistigen Gesundheit und der Kriminalitätsbekämpfung verabschiedet, das die Befugnisse des Mental Health Department vor allem im Bereich sozial auffälliger Personen oder kriminell gewordenen Bürgern erheblich vergrößert.
Das Gesetz ging mit einer deutlichen Mehrheit sowohl durch den Kongress wie auch durch den Senat.
Psychisch auffälllige Personen oder Personen mit dysfunktionalem Sozialverhalten können nun von Mitbürgern oder den Police Departments gemeldet, und daraufhin von der Behörde zu einem Mental Health Check eingeladen werden.
Sollte sich während des Mental Health Checks, der unter fachmännischer Aufsicht stattfindet, herausstellen, dass schwerwiegende psychische Probleme oder ein charakterlicher Hang zu kriminellem Verhalten bestehen, wird die Person einer MP Therapie unterzogen, um so die Risiken und die Kosten schwerwiegender Folgen für die amerikanische Gesellschaft zu minimieren.
Der Patriot Act for Mental Health Care ist also ein wirksames Instrument im Bereich der Gesundheitsvorsorge und gleichzeitig ein wichtiger, neuer Baustein der Kriminalitätsbekämpfung.
Das Mental Health Department wird eng mit Somawell Industries, den Entwicklern der MPT, zusammen arbeiten. Ausserdem werden in den kommenden Tagen Besprechungen mit den lokalen Behörden stattfinden, um die Zusammenarbeit zwischen dem Mental Health Department (MHD) und den örtlichen Polizeikräften zu koordinieren.

NYC2035 PULP NEWS: Neues Gesetz zur Kriminalitätsbekämpfung erwartet

In enger Zusammenarbeit zwischen Somawell Industries und der Regierung ist eine Gesetzeserweiterung geplant, die weitreichende Folgen bei der Kriminalitätsbekämpfung mit sich bringen würde. Wie gegenüber dem Magazin verlautete, liegt dem Kongress bereits in diesen Tagen ein Gesetzesentwurf zur Abstimmung vor. "Ich bin sehr aufgeregt und hoffe, dass das Mental Health Department und Somawell Industries in Kürze einen wichtigen Schritt zum Ausbau der mentalen Gesundheit der Bevölkerung tun können. Mentale Gesundheit, Prävention, Senkung der Kriminalitätsrate - ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein gesund empfindender Mensch daran etwas schlechtes finden könnte!" erklärte eine überzeugte Mrs Thompson vom Mental Health Department.

Dass die NYC2035 Pulp News von dieser Gesetzesabstimmung überhaupt schon vorab erfuhren, ergab sich nur zufällig während eines Interviews mit Mrs Thompson. Mit ihrer ausnahmslos blütenweissen Kleidung hatten Mrs Thompson und ihr Begleiter Mr Alvarez die Aufmerksamkeit unserer Reporterin Skye Robertson auf sich gezogen, die für ein Gespräch anfragte. "Mr Alvarez und ich halten uns zur Zeit in New York City auf, um die Zusammenarbeit mit Somawell Industries zu intensivieren. Wir sind gerade dabei, neue Wirkungsbereiche zu eruieren, zum Beispiel im Bereich der Korrektur von Straffälligen, oder bei auffällig psychisch Kranken. Unser Aufgabenbereich ist vor allem die mentale Gesundheit der Bevölkerung. Hier hat Somawell schon einige wertvolle Beiträge geleistet."

Erst vor wenigen Tagen hatte Dr. Bieder in einem Interview bestätigt, dass ein Einsatz der Mind Perfection Therapy als Resozialisierungsprogramm bei Straftätern theoretisch denkbar wäre. Offenbar ist die Regierungsbehörde auf diesen Gedanken schon längst vorher gekommen und sieht sich als Vorreiter für Regelungen, die nicht erst bei den Folgen, sondern den Ursachen ansetzen: "Resozialisation ist ein Bereich, den wir als interessant erachten. Aber auch Prävention ist wichtig. Wie in allen Gesundheitsbereichen. Je früher man präventiv wirksam wird, desto besser. Prävention verhindert sich verschlimmernde Krankheitsverläufe und vor allem die Kosten für das Gesundheitssystem."

Welche Möglichkeiten zieht die Regierungsbehörde als Präventionsmassnahmen in Betracht? "Angenommen, es gelingt uns, psychisch auffälligen Menschen zu helfen, bevor sich ihr Leiden chronifiziert, so würden wir die Kriminalität senken und die Sicherheit der Bevölkerung stärken können. Wir alle wissen, dass viele Bürger unter leichten Symptomen leiden. Noch nichts Besorgniserregendes, für sich betrachtet: leichte Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Anflüge von Paranoia - das ist nicht ungewöhnlich und leicht zu behandeln. Wenn es sich aber chronifiziert, wird es schwieriger. Wir möchten früh ansetzen, um den Menschen zu helfen. Nehmen wir als Beispiel einen Jugendlichen, der leicht vom rechten Weg abkommt. Er beginnt, Alkohol zu trinken, vielleicht beginnt er zu kiffen. Ein Ladendiebstahl folgt, dann vielleicht ein kleiner Überfall. Wenn wir gleich bei der ersten Auffälligkeit regulieren können, verhindern wir Schlimmeres. Für ihn selbst, und für die Gesellschaft."

Doch ist bei einem Jugendlichen bereits Handlungsbedarf vorhanden, wenn er sich noch in seiner Entwicklungsphase befindet? "Man muss nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen", führt Mrs Thompson aus. "Der vom Weg abgekommene wird zu einem psychologischen Screening eingeladen werden. Erst wenn wir dann echten Handlungsbedarf sehen, kommt eine MPT in Betracht. Für manch einen mag dies bereits die notwendige Kurskorrektur sein, damit er zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft heranreifen oder auf den richtigen Weg zurückfinden kann." Sie betont ausdrücklich, dass ihr persönlich viel daran liege, dass es bei allen Massnahmen, über die sie sich Gedanken machten, um den Nutzen für alle gehe. 

"Sie können das mit der staatlichen Fürsorge für Kindsgefährdung vergleichen. Wir gehen Hinweisen aus der Bevölkerung nach, sehen nach dem Rechten und verschaffen uns dann so einen Eindruck von der möglicherweise gefährdeten Person. Das ist der eine Bereich der geplanten Präventionskampagne. Der andere Bereich umfasst das psychologische Screening von Menschen, die bereits polizeilich auffällig wurden: Diebe, Schwarzfahrer, kleinere Drogendelikte oder auch Trunkenheit am Steuer, wenn es wiederholt vorkommt. Es geht ja darum, dass niemand irgendwann eingesperrt werden muss. Überlegen Sie einmal, was für eine wunderbare Vision das ist. Wir brauchen keine Haftanstalten mehr, weil wir psychische Krankheiten und Kriminalität schon im Entstehen verhindern können."

Hier muss sicher auch Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen geleistet werden, den gesamtgesellschaftlichen Nutzen solcher Präventionsrichtlinien nachhaltig zu vermitteln. Denn um ein solches Vorhaben erfolgreich in die Tat umsetzen zu können, müssen ebenso gesetzliche Weichen gestellt werden. "Ich sehe das als eine Erweiterung der medizinischen Vorsorge an. So wie die regelmässigen Entwicklungschecks bei Kindern, oder wie Vorsorgeuntersuchungen bei Fachärzten. Ein jeder ist um seine physische Gesundheit sehr bemüht, aber auch die geistige Gesundheit ist wichtig. Das unterschätzen viele. Überlegen Sie nur, wie viele Kosten psychosomatische Erkrankungen verursachen. Selbstverständlich muss unser Projekt erst in eine Gesetzesvorlage übertragen werden und dann erfolgreich den Kongress passieren. Wir leben ja in einer Demokratie, auf die wir alle sehr stolz sind. Ich glaube an dieses Projekt. Aus Liebe zu meiner Nation und zu meinen Mitbürgern."

Ein neuer Gesetzesentwurf ist beim Kongress bekanntermassen nicht immer so einfach durchzuwinken. Bisher pflegen Somawell und die Regierung jedoch ein sehr gutes Verhältnis miteinander, das auf eine Zustimmung des Kongresses schliessen lässt. Rechnet die Gesundheitsbehörde daher mit einem frühen Erfolg der angedachten Gesetzeserweiterung? "Selbstverständlich bin ich davon überzeugt, dass alle an der Abstimmung beteiligten Abgeordneten nach bestem Wissen und Gewissen und im Sinne der Wähler handeln, die ihnen ihr Vertrauen gewährt haben. Keine Gesetzesvorlage passiert den Kongress einfach so, Abstimmungen sind das Ergebnis harten Ringens um die bestmögliche Entscheidung. Und ich vertraue auf die richtige Entscheidung. Aber in jedem Fall respektiere ich die Entscheidung. Die Abstimmung ist das Kernstück der Demokratie! Die Gesetzesvorlage liegt dem Kongress in diesen Tagen zur Abstimmung vor."

NYC2035 PULP NEWS: Dr. Frank Bieder (Somawell Industries) im Interview

Am Mittwoch Abend öffnete Somawell Industries seine Pforten zu einem Informationsabend. Zahlreiche Bürger New York Citys waren der Einladung gefolgt, die zuvor tagelang und unablässlich in den üblichen TV-Kanälen während der Werbeunterbrechungen über die Bildschirme flimmerte. Sprecher der Veranstaltung war Dr. Frank Bieder, der als Vertreter des Somawell-Unternehmens die Vorzüge der Mind Perfection Therapy (kurz: MPT) vorstellte. Reporterin Skye Robertson traf Dr. Bieder zu einem Interview, um noch einmal die Details der Therapie zu beleuchten.


Skye Robertson: Sie stellten sich als Vertreter der Somawell Industries vor. Doch ich hätte geglaubt, Sie sind in der Forschung tätig? Immerhin tragen Sie einen Doktor im Namen.

Dr. Frank Bieder: Ich habe auch einen Doktortitel und befasse mich mit der Forschung. Aber in erster Linie ist meine Aufgabe erst einmal die Repräsentierung der Somawell Industries in der Öffentlichkeit. Daher lege ich mehr Gewicht auf jenen Berufsstand als auf mein zweites Standbein.

Skye Robertson: Als ich mit Besuchern Ihrer Veranstaltung im Nachhinein gesprochen habe, erklärte man mir, ich zitiere: 'Somawell zieht bei der MPT mithilfe von Nanosonden schlechte Erinnerungen aus dem Kopf.' Ist diese Erklärung für einen Laien so korrekt ausgedrückt?

Dr. Frank Bieder: Ja, für den Laien ausgedrückt, so ist es.

Skye Robertson: Verbleiben die Nanosonden nach der Behandlung im Gehirn? Wenn ja, mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Dr. Frank Bieder: Ja, sie verbleiben im Gehirn, sind aber inaktiv. Sie werden durch uns durch einen Code, der bei jedem Patienten individuell ist, bedient und angeschaltet. Sehen Sie es wie Schläferzellen. Also kein Grund zur Sorge.

Skye Robertson: Wie wird dieser Code, mit denen diese Nanosonden aktiviert oder deaktiviert werden, kommuniziert? Muss der Patient dafür an ein Gerät bei Ihnen angeschlossen sein, oder funktioniert das über Funkwellen, oder ähnliches?

Dr. Frank Bieder: Das sind Informationen, die ich Ihnen nicht geben darf. Es handelt sich um Betriebsgeheimnisse. Bei Somawell legen wir auch deshalb so hohen Wert auf Sicherheit, weil wir nur wenig über das genaue Verfahren an die Öffentlichkeit kommen lassen. Stellen sie sich nur einmal vor, es wüssten alle, wie es funktioniert. Dann würde es nicht lange dauern, bis es zwielichtige Menschen auf den Plan bringt.

Skye Robertson: Wenn ich die Schilderungen über Ihr Verfahren richtig verstanden habe, dann könnte man sich das wie ein Klonen des menschlichen Gedächtnisses vorstellen, das man dann, je nach persönlichem Wunsch, wieder dem Patienten einpflanzen kann.

Dr. Frank Bieder: Ja, genau, so in der Art. Wir nehmen ihnen die schlechten Erinnerungen und speichern sie auf einer Art Festplatte ab. Dann geben wir ihnen neue an gleicher Stelle, wo die Lücke entstand. Oder aber, wir nehmen nur Bruchstücke aus den Erinnerungen, die schadhaft waren und die die Menschen belasten, und ändern diese zum Positiven. Das Ergebnis soll auf jeden Fall immer eine Leistungssteigerung sein, und ein Nehmen der entstandenen Traumatas.

Skye Robertson: Eine Leistungssteigerung durch positive Energie, würde ich das jetzt nennen. Welche neuen Erinnerungen bieten Sie im Verfahren an? Könnten Sie das eventuell an einem konkreten Beispiel erklären?

Dr. Frank Bieder: Das kommt ganz darauf an und ist recht individuell. In einem Vorgespräch wird auch erst einmal geklärt, was überhaupt geändert werden müsste oder sollte, um eine 100%ige Optimierung zu sichern, damit nicht versehentlich etwas geändert wird, was man nicht ändern müsste. Unsere Therapeuten sind dafür geschult. Ein Beispiel wäre eine Vergewaltigung. Dieses negative Erlebnis würden wir komplett herausnehmen und mit der Erinnerung an einen normalen Abend austauschen. Angenommen, die Vergewaltigung wäre auf dem Weg nach Hause passiert, wäre in der neuen Erinnerung der Nachhauseweg glatt verlaufen.

Skye Robertson: Das klingt nach einer revolutionären Möglichkeit, traumatisierte Patienten zu behandeln. Sie erwähnten, dass die negativen Erlebnisse zwar aus dem Gedächtnis der Betroffenen entfernt, aber diese auf eine Art Festplatte gespeichert werden. Wozu dient das?

Dr. Frank Bieder: Die Patienten haben das Recht, jene Erinnerungen wieder zu erhalten, sollten sie mit den Änderungen nicht zufrieden sein. Sehen Sie es als eine Art Garantie an. Es geht zwar nichts schief, aber es ist dennoch auch eine Art Absicherung für den Fall, dass sie nicht zu 100% zufrieden sind und doch ihr altes Bild wieder haben möchten. Alles zugunsten unserer Patienten natürlich.

Skye Robertson: Datenschutz also. Aber wagen Sie mit mir vielleicht einen gedanklichen Schritt weiter: Theoretisch wäre das MPT Verfahren doch auch in der Verbrechensbekämpfung denkbar?

Dr. Frank Bieder: Theoretisch wäre es durchaus denkbar, Menschen, die aus psychischen Gründen zu Straftätern wurden, durch die MPT Behandlung zu einem besseren und ehrlichen, und damit wieder vollwertigen Mitglied der Gesellschaft zu machen. Sozusagen resozialisiert auf einem anderen Level und mit einer 100%igen Garantie, dass es auf dieser Grundlage keine Rückfälle gibt. Es sei denn, die Behandelten machen in der Zukunft noch einmal schlechte Erfahrungen. Die Zukunft bestimmt letztendlich keiner. Und es kommt ja auch immer auf die Gesellschaft an, wie sie mit uns um geht. Denn die Gesellschaft bildet uns zu dem, was wir sind.

Skye Robertson: Das würde viele unserer Bürger auf Dauer sicher sehr beruhigen, wenn auf diese doch recht einfach klingende Weise den vielen Verbrechen Einhalt geboten werden könnte. Ich nehme aber an, dass ein solches Resozialisierungsprogramm dennoch recht teuer wäre? Wie viel würde denn ein MPT Verfahren für einen Durchschnittsklienten kosten?

Dr. Frank Bieder: Wenn man es in Relation zu den üblichen Behandlungskosten setzt, und weitere Ausgaben für Medikamente, stationäre Behandlungen, Nachsorge oder Rückfallquoten miteinbezieht, entsprechen die Ausgaben für MPT nur einem Bruchteil dessen. Auch ein Grund, weshalb selbst die Regierung hinter Somawell steht, und MPT als Gesundheitsvorsorge staatlich gefördert wird. Natürlich ist es auch eine wirtschaftliche Entlastung, die man nicht ausser Acht lassen darf.

Skye Robertson: Also wäre MPT selbst für Geringverdiener problemlos leistbar? Und wenn es doch Schwierigkeiten gäbe: bieten Sie Finanzierungen an?

Dr. Frank Bieder: Wenn sie eine ärztliche Bescheinigung vorlegen können, dass MPT dringend notwendig ist, werden die Kosten, die die Krankenversicherung nicht übernimmt, durch die staatliche Gesundheitsvorsorge abgedeckt. Sollten nur einzelne Eingriffe zur Optimierung erwünscht sein, so gilt eine Regelung ähnlich bei einem Plastischen Chirurgen: Kostenteil- oder -vollübernahme bei medizinischer Notwendigkeit, kosmetische Verschönerungen jedoch auf private Rechnung. Wir bieten auch eine Ratenzahlung an und ebenfalls eine Kostenverringerung für Geringverdiener. Schliesslich dient MPT der gesamten Gesellschaft und soll nicht nur für die High Society zugänglich sein, oder gar nur eine Modeerscheinung werden, sondern wir wollen den Menschen global dabei helfen, mit sich und ihrem Leben besser zurecht zu kommen.

Skye Robertson: Ein nobles Ansinnen, Dr. Bieder. Angenommen, eine Patientin hat eine schlechte Erfahrung gemacht, die eher harmlos gelten könnte, sagen wir zum Beispiel: eine verschmähte Liebe. Würden Sie auch solches behandeln, als 'schlechte Erfahrung' weg zaubern? Oder gibt es bestimmte Erfahrungen, bei denen Sie sagen - gegebenenfalls auch jeweils individuell gesehen - , in diesem Falle würden Sie von einer Behandlung nicht nur abraten, sondern sie verweigern?

Dr. Frank Bieder: Das kommt ganz auf die Schwere an. Generell hören wir uns erst einmal jedes Problem an. Wir sehen uns nicht in der Position, darüber zu urteilen, welche Situation am meisten Schmerzen bereitet und welche nicht. Das würden wir nicht wagen, weil jeder Mensch für sich Schmerz und Leid ganz persönlich definiert. Aber durchaus gibt es sicherlich Situationen, in denen wir MPT ablehnen würden, wenn wir keine Erfordernis darin sehen. Dies ist gegeben, wenn kein unmittelbarer Leidensdruck dahinter steht, oder noch wichtiger, wenn wir das Gefühl bekommen, es geschieht aus einer Kurzschlussreaktion heraus. Zum Beispiel trennt sich eine Frau von ihrem Mann und will ihn nun vergessen: Da wägen wir ab. In Wut und Trauer sagt man viel. Wir würden der Frau anraten, sich mindestens noch einen Monat Bedenkzeit zu geben, ob ihr Wunsch wirklich ernst gemeint ist. Und, wie gesagt, für den grössten Notfall speichern wir die Erinnerungen und können sie zurück geben. So kann also nichts passieren.

Skye Robertson: Haben auf diese gespeicherten, schlechten Erinnerungen nur Somawell Zugriff? In welcher Form schützen Sie diese Daten Ihrer Klienten?

Dr. Frank Bieder: Die Daten werden gesondert gesichert und mit Zahlencode versehen. Sie lagern in einem Tresor, auf den ausschliesslich ausgewählte Mitarbeiter Zugriff erhalten. Im Moment habe ich als einziger Zugriff; wir sind da sehr auf die Sicherheit bedacht. Aber selbst wenn Daten abhanden kommen sollten: Ohne unsere technischen Gerätschaften wird es sehr schwierig, mit den gewonnenen Daten überhaupt etwas anzufangen.

Skye Robertson: Vielen Dank für Ihre ausführlichen Erläuterungen zu meinen Fragen. Ich werde die Entwicklung von MPT sicher noch lange mit grosser Neugierde verfolgen. 

NYC2035 PULP NEWS: Neueröffnung: Bei "A Corleone" geniessen Kenner italienische Leidenschaften!

Zahlreiche Gäste besuchten das "A Corleone", um italienisch essen zu gehen.

SoHo (von Skye Robertson). Das italienische Restaurant "A Corleone" erfreute sich am Samstag Abend regen Besuches. Sabsi Sciarri, die neue Inhaberin, lud zur Neueröffnung und Verköstigung ihrer Gaumenfreuden ein. Sie hatte das Familienunternehmen von ihrem kürzlich verstorbenen Onkel übernommen. 

Neben italienischen Köstlichkeiten sollen in Zukunft auch andere Vergnüglichkeiten in das Restaurant locken. Unter anderem werde dafür zur Zeit noch ein Pianist gesucht, der dem weissen Flügel klassische Engelstöne entlocken kann.
Chefin Sabsi Sciarri freut sich über das volle Restaurant, gibt aber zu: "Ich weiss noch nicht so richtig, wie sich eine Chefin kleiden muss. Mein heutiges Outfit ist mir vertraut, so habe ich mich früher immer für die Arbeit angezogen. Das gibt mir etwas Sicherheit, denn heute ist alles so aufregend!"

Sciarri ist noch Frischfleisch im Geschäft. Gerüchten zufolge sei sie vor ihrer neuen Aufgabe eine erfolgreiche Tänzerin gewesen. Sie kennt also das Handwerk, wie man seine Gäste erfolgreich animiert, trotz exquisiter Hauptspeisen auch noch ein Dessert vernaschen zu wollen. Die Redaktion wünscht Miss Sciarri bei Ihren Vorhaben viel Erfolg.

NYC2035 PULP NEWS: Tod im Keller! Ermordetes Mädchen in Chinatown gefunden

Der Mordfall wirft dunkle Schatten in die sonst so bunt erhellten Gassen Chinatowns.
Sie war jung, hübsch, und hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Doch diesem jungen Mädchen wurde jäh das Lebenslicht ausgehaucht. Die schockierten Beamtinnen standen vor der schrecklichen Aufgabe, die Leiche des Teenies und ihren Fundort zu untersuchen. 

Chinatown. (von Skye Robertson) Unter der Kellertreppe im Gebäude der Eldride ST 2 wurde die Leiche einer ca. 15-16jährigen Frau aufgefunden. Sie war nur notdürftig unter einem ausgemusterten Teppich versteckt worden. Ersten Erkenntnissen nach gehen die Beamten bisher davon aus, dass die Frauenleiche bereits eine Woche lang im Keller lag. Möglicher Todeszeitpunkt könnte das Wochenende zwischen Freitag und Sonntag gewesen sein. Zur Todesursache erlaubt bisher nur ein festgestellter Genickbruch weitere Schlüsse. Die vollständigen Obduktionsergebnisse zum Todeshergang erwartet der leitende Ermittler Officer Hax jedoch schon morgen auf seinem Schreibtisch. 

Was für ein Schock! Die Beamtinnen müssen die entstellte Leiche untersuchen.

Kein Chip, keine Identifizierung!

Die Mädchenleiche gibt der Polizei indes Rätsel auf, denn ein Scanversuch des Chips, den jeder Bürger üblicherweise ab dem 12. Lebensjahr trägt, scheiterte. Die lange Liegezeit der Verblichenen stellt die Beamten vor weitere Schwierigkeiten, denn der Verwesungsprozess hat bereits eingesetzt und macht eine Identifizierung somit problematisch. Jetzt müssen DNA-Proben und Gebissabgleiche die fehlenden Antworten liefern. 


Handelt es sich um einen Serientäter?


Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot an.
Gerichtsmedizinerin Henderson und Staatsanwältin Aya setzen alles daran, den Mordfall innerhalb weniger Tage aufzuklären. Denn das Mädchen ist nicht die erste junge Person gewesen, die in letzter Zeit Opfer eines möglichen Verbrechens wurde. Erst vor wenigen Wochen verschwand der junge H. Buchanan, der ein Praktikum beim hiesigen Medienriesen We Entertain absolvierte, spurlos. Laut Statistik zählen die ersten 24 Stunden nach dem Verschwinden einer Person, spätestens nach 72 Stunden ist das Schlimmste zu befürchten. Buchanans Leiche wurde bisher nicht gefunden, doch auch die Leiche der jungen Frau wurde nur durch Zufall erst nach etwa einer Woche entdeckt. Auf Nachfrage, ob es sich unter diesen Gegebenheiten um einen Serientäter handeln könnte, der Jagd auf Teenies und junge Erwachsene macht, bestätigte der leitende Police Officer Hax zumindest indirekt: "Vermisstenfälle haben wir zuhauf."


Immer noch keine Spur von verschwundenem WE-Praktikant!

Eine besorgte Nachbarin, der das Verschwinden Buchanans bekannt ist, erwähnte die harten Bandagen, mit denen WE Konzernchef Bishop sein Unternehmen führt: "Der Alte ist ein Arschloch wie er im Buche steht. Vielleicht hat sich Henry mit ihm angelegt, wurde gefeuert und hatte dann keine Chance mehr, in New York City zu überleben, weil er keinen anderen Job mehr bekam." Auch müsse sie sich selbst in wenigen Tagen wieder mit Bishop wegen der anfälligen Miete auseinander setzen.

Polizisten befragen Nachbarn und mögliche Zeugen.
Zwar ist sich die Polizei nicht sicher, ob Tatort und Fundort überein stimmen. Dennoch scheinen die Umstände in eine Richtung zu weisen: Zwei junge Menschen verschwanden innerhalb kurzer Zeit, ein junger Mann, eine junge Frau. Der junge Mann war Praktikant bei WE, und die junge Frau fand man im Keller eines Mietshauses von WE. Ob es sich dabei nur um unglückliche Zufälle handelt, werden die Ermittlungen zeigen müssen.



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